Es ist Mai 2020 und ich wage es, meiner Kindlichkeit zu folgen. Ich will spielen, sein und basteln/ wurschteln/ machen (play, be and make) ohne zu wissen, wohin mich das führen wird. Ich will sehen, ob ich meinen erlebten Selbstwert von meiner wahrgenommenen Produktivität, Nützlichkeit und der Höhe meines Einkommens entkoppeln kann.

Vielleicht hat das Jahr 2020 auch Dich in der Form herausgefordert, dass Du Deinen eigenen Wert bezweifelst. Es würde mich unendlich freuen, wenn das, was Du von mir siehst, Dich dazu inspirieren würde, ebenfalls Deinen Spleenen, Besessenheiten und Eigenarten zu folgen und den unendlichen Wert darin zu erkennen, einfach nur Du zu sein.

Weiter unten findest Du meine “Über Mich”-Seite so wie sie bis März 2020 aussah, bevor ich alle meine Aufträge verlor. Ich gebe Informationen zu meiner Person, die mit meiner Arbeit als visuelle und kreative Begleitung von Führungspersonen, Organisationen, Teams und Einzelpersonen in Zusammenhang steht. Ich arbeite(te) hauptsächlich von Mensch zu Mensch in Gesprächen, Workshops und Klausuren, so dass ich natürlich im März 2020 eine Absage nach der anderen erhielt. Meine Kunden sind wunderbare Menschen und sie waren alle freundlich und optimistisch und wer weiss, vielleicht geht es mit dem einen oder anderen Projekt zu einem späteren Zeitpunkt weiter.

Nun könnte ich meine Arbeit auf digital und virtuell umstellen. Dies läge sehr nahe und passt sogar zu mir, da ich ein bisschen ein Techie bin. Statt dessen habe ich mich aber entschieden etwas anderes zu tun.

Alle, die mich näher kennen, wissen, dass ich am glücklichsten und am meisten “Michele” bin, wenn ich mit Papier, Stift, Farben und Tinte spiele und mich in Büchern, Notizbüchern und Experimenten verliere. Und so ist es passiert, dass COVID-19 die großen Gefühle von “Ich lebe nur einmal.” und “Wann, wenn nicht jetzt?” bei mir an die Oberfläche gebracht hat. Ich will unserer Tochter zeigen, dass ich mich getraut habe, ich zu sein.

Deshalb also habe ich mich entschieden, meinen leeren Terminkalender als einen Schubs zu verstehen:

Ich wage es zu spielen, zu sein und zu basteln/wurschteln/machen.

Mögest Du es auch!

Meine Über Mich-Seite vor COVID-19

(Belasse sie momentan hier in der Zwischenwelt)

Michele Gauler ist eine Wahrnehmungs-Psychologin und Interaktions-Designerin, die Ihre ungewöhnliche Kombination an Abschlüssen und Berufserfahrungen in den Bereichen Wahrnehmungs-Psychologie, Software-Entwicklung, Interaktions-Design und Kritischem Design mit ihrer Liebe für Kunst und Illustration verbindet, um Gedanken Form zu geben.

Einige ihrer Arbeiten wurden im Museum of Modern Art, New York (MoMA), auf der Art Basel und dem Fendi Spazio während des Salone di Mobile, Milano ausgestellt. In 2010 wurde sie gemeinsam mit Eyal Burstein mit dem Design Miami Designer of the Future Award ausgezeichnet. Sie erschafft Bilder, Objekte und Erlebnisse, die uns dazu einladen, uns mit Themen wie Tod & Daten und Wahrnehmung zu beschäftigen. Als selbstständiger Coach und Designer gibt sie den Vorhaben und Ideen anderer Form.

Als Tochter einer portugiesischen Mutter und eines deutschen Vaters in 1973 geboren, lebt sie heute mit ihrem Mann und ihrer gemeinsamen Tochter in Berlin.

Ausbildung:

  • 2006 // Master of Art (RCA) in Design Interaction (mit Auszeichnung) am  Royal College of Art, London
  • 2000 // Dipl-Psychologin an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Berufserfahrung:

  • 2006 bis heute // Selbständig, Gedanken Form gebend
  • 2017 bis heute // Mit-Gründerin von Conscious U*, einem Unternehmen für Online-Trainings
  • 2014 // Dozentin an der  The School of Life, Berlin
  • 2009 // Mit-Gründer von Beta Tank, einer Konzept-Design-Agentur
  • 2000 bis 2004 // User-Experience Expertin IBM Entwicklung, Deutschland

Ausstellungen & Auszeichnungen:

  • 2010 // Design Miami Designer of the Future Award (gemeinsam mit Eyal Burstein, als wir Beta Tank leiteten)
  • 2010 // Taxing Art auf der Art Basel, Basel
  • 2010 // Fendi Spazio, Milan
  • 2008 // Digital Remains und Eye Candy in der ‚Design and the Elastic Mind‘ Ausstellung am Museum of Modern Art, New York (MoMA)

Warum ich tue, was ich tue

(Abgesehen davon, dass ich besessen bin von Stift, Papier und Tinte.)

In meinen Angestellten-Jobs war ich manchmal schockiert darüber, wie oft ich in Meetings und Gesprächen saß und das deutliche Gefühl hatte, dass die Mehrzahl der Anwesenden nicht genau wußte, worum es überhaupt ging oder nicht das Gefühl hatte, etwas damit zu tun zu haben. – Nach dieser Art Besprechung passierte typischerweise nicht sehr viel. Es gab die Arbeitstiere, die so oder so etwas produzierten und dann, normalerweise wenn eine Deadline näher rückte, stieg die Spannung an und die unbedingt erforderlichen Dinge wurden schnell noch umgesetzt – meist, ohne sich untereinander abzustimmen. Wenn ich die Produkte, Dienstleistungen oder andere Dinge, die auf diese Art und Weise produziert wurden, betrachtete, war für mich der Mangel an Konsens und Klarheit der beteiligten Menschen spürbar. Features, Funktionen, Worte und Bilder hingen teilweise zusammenhangslos nebeneinander.

Dann studierte ich an einer Kunst-Hochschule (dem Royal College of Art in London) und erlebte dort etwas sehr anderes: hier waren die Menschen vollkommen eingenommen von ihren Projekten. Sie schafften es, eine komplexe Menge an Informationen, Gedanken und Gefühlen in ein Kunstwerk oder Design-Objekt zu kondensieren, so dass es ihren Gedanken Ausdruck gab und gleichzeitig Ausgangspunkt für neue Gedanken und Unterhaltungen war. Ich selbst erlernte diese Art des Arbeitens, bei der man den eigenen Gedanken immer wieder Form gibt; wieder und wieder, bis das, was man sieht oder in den Händen hält, dem gerecht wird, was man denkt und sagen will. Das war der Moment, als ich begann, meinen Gedanken und Gesprächen in einer bewussteren Art und Weise Form zu geben. Ich hatte schon als junges Mädchen in der Schule immer sehr visuelle Mitschriften produziert, aber nun wurde ich verrückt danach, Gedanken alle erdenklichen Formen zu geben: Illustrationen, Wort-Bild-Kombinationen, Papier-Skizzen, Mini-Skulpturen, Worte für sich allein, Foto-Geschichten, Comics, Filme, Audio-Stücke, 3D-Prototypen, etc. und so wurde diese Art „des Denkens den Händen“ zu meiner zweiten Natur. Bis heute ko-existiert diese Technik mit dem anderen, spielerischen, Ergebnis-offenen, divergenten Vorgehen in meinem kreativen Prozess.

Mit der Zeit gab ich auch immer häufiger den Gedanken, Ideen, Vorhaben und Projekten anderer Form. Die Menschen um mich herum waren angetan von dieser Fähigkeit von mir, mit ihnen „formgebende Gespräche“ zu führen, in denen ich aufmerksam hinhörte, schnell Informationen aufnahm und sie zu etwas formte, was meinen Gesprächspartnern erlaubte, ihre Gedanken zu sehen, weiterzuentwickeln und zu schärfen. Ich lernte, dass indem ich Gedanken an die Oberfläche brachte, indem ich sie visualisierte oder ‚baute‘, eine gemeinsame Zusammenarbeit Mehrerer möglich wurde. Ein Bild oder Objekt fokussiert eine Person, wie auch eine Gruppe von Menschen auf ein Thema. Es ist immer für alle sichtbar, was das Thema ist und wo das Gespräch darüber gerade steht. – Es löst also das frustrierende Problem der ziellosen Besprechungen, die ich am Anfang meines Berufslebens kennengelernt habe. – Deshalb liebe ich kreative und visuelle Methoden, die in Gesprächen und Prozessen eingesetzt werden können und Gedanken Form geben. Und da ich bei mir und anderen unzählige Male erlebt habe, wie befriedigend und motivierend es ist, Klarheit über das eigene oder gemeinsame Vorhaben zu haben, habe ich mich auf diese Art des Arbeitens spezialisiert.

Bei mir sind immer zwei Seiten am Werk:

Einerseits nehme ich mit meinem Hintergrund in Psychologie, Usability, User-Experience- und Critical Design natürlicherweise immer die Perspektive meines Gegenübers, also Ihnen, Ihrem Team, Ihren Kunden, Schülern und Studenten ein:

  • Was ist der Kern Ihres Gedanken? Welche Emotionen sind präsent?
  • Wie werden Sie ein Bild oder Format erleben?
  • Wie kann ein Bild, Objekt oder ein Erfahrung den Kern eines Gedanken ausdrücken und gleichzeitig eine Einsicht bringen oder zum Mitmachen anregen?

Meine Liebe zum Zeichnen, zur Illustration und zum Design bewirkt wiederum, dass ich immer „mit meinen Händen denke“, normalerweise mit Stift und Papier:

  • Wie lassen sich die Worte und Konzept, die ich höre, in visuelle Metaphern, Strukturen und Geschichten übersetzen?
  • Welche Muster erkenne ich?
  • Wie kann ich oder wie können wir etwas sinnvolles daraus entstehen lassen? Etwas faszinierendes, reizvolles und schönes, was Menschen einnimmt und sie auf einer tieferen Ebene berührt?

Während ich dies schreibe, fällt mir auf, dass ich mich oft in diesen Gebieten aufhalte, wo zwei Denkweisen sich treffen, zum Beispiel in der Schnittmenge zwischen:

Psychologie & Kunst
Logik & Intuition
Struktur & Spiel
Gedanken & Bilder

I mag Instagram

Instagram ist die Soziale Platform, auf der ich am aktivsten bin. Ich poste hauptsächlich Fotos meiner freien, selbst-initiierten Projekte und von Seiten aus meinen Skizzenbüchern.

Anfangs fand ich es beängstigend, meine freien Arbeiten auf Instagram zu posten. Nach einer Weile merkte ich, dass diese kleinen Schritte aus meiner Komfortzone mich in Bezug auf meinen Illustrations-Stil weiter brachten. Heute nutze ich Instragram, um Neues auszuprobieren. Sollten Sie sich kreativ betätigen, kann ich es sehr empfehlen sich eine mittel-beängstigende Plattform zu suchen, um Ihre Arbeiten zu zeigen und so zu wachsen.

Kontakt

Ich freue mich, von Dir zu hören.

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