Diese Woche ging es bei meinem spielerischen und kreativen Ausdruck darum, mich zu öffnen, zu expandieren, zu divergieren, ergebnisoffen zu sein. Ich war diesmal nicht in der Stimmung, an einem bestimmten Thema oder Projekt zu arbeiten, ich wollte einfach nur kreativ spielen. Ganz konkret wollte ich frei und intuitiv malen, was ich ziemlich oft tue und was für mich wie eine spirituelle Praxis ist.

(Wenn Du hier bist, um mir beim Malen in Gouache zuzuschauen, kannst Du hier zum Ende des Beitrags und das Video springen).

Intuitive Painting Session - Workspace

Wie Du eine freie, intuitive Malsitzung durchführst

Wenn Du das nächste Mal bemerkst, dass Du Dich entspannen und kreativ öffnen willst, lade ich Dich dazu ein, eine freie, intuitive Malsitzung auszuprobieren. Das bereitet unheimliche Freude und ist sehr entspannend und kann Dir außerdem Dinge über Deinen aktuellen Gemütszustand, Deine Gefühle, Gedanken und Themen, die in Deinem Unterbewusstsein brodeln, offenbaren.

Es gibt eine lange Tradition, Kunst zur Heilung und zur Erlangung von Einsicht und spiritueller Verbindung zu nutzen. So zum Beispiel die Kunsttherapie und die Jungsche Tradition, Kunst und Träume als Ausdruck unserer Psyche und unserer unbewussten Anteile zu interpretieren. Ich selbst lerne seit einiger Zeit von Catt Geller ihre verrückte, aufschlussreiche Cosmic Smash Booking-Technik und nutze in meiner Arbeit mit Einzelpersonen und Teams den kreativen Prozess, um ihnen zu helfen, innovativ zu sein oder Klarheit über ein Thema zu gewinnen. Aber trotz all dieser Tradition und professionellen Anwendungen, bedarf es wirklich gar keiner Regeln, um eine freie, intuitive Malsitzung, so wie ich sie hier beschreibe, durchzuführen! – Du kannst Deine intuitiven Malsitzungen genau so gestalten, wie es für Dich am besten passt.

Wenn Du es noch nie ausprobiert hast und ein paar Hinweise brauchst, wie eine solche Malsitzung vonstatten gehen kann, dann hier ein paar Schritte und Ansätze, die für mich zumindest gut funktionieren:

1 – Wähle neugierig ein Medium oder eine Technik

Frage Dich zu Beginn einer freien, intuitiven Malsitzung: Welches Medium oder welche Technik möchte ich heute benutzen? Bleistift? Buntstifte? Aquarellfarbe? Collage? Ton? Acrylfarbe? Gouache? usw. – Es gibt kein Richtig oder Falsch, sie sind alle magisch, und Dein einziger Leitfaden sollte Dein spielerischer Impuls und Deine kindliche Neugier sein, die Dich zu einem Medium oder einer Technik hinzieht.

2 – Beginne einfach

Es gibt kein Richtig oder Falsch, keinen Plan und kein Ziel, die es zu definieren gilt. Lass den Bleistift seine Spur machen, die Farbe das Papier berühren, die Schere das Papier schneiden, die Hand den Ton formen.

3 – Sei achtsam

Achte auf die sinnliche Erfahrung dessen, was Du tust… das Geräusch auf dem Papier, das Gefühl der dickflüsigen Farbe auf der Leinwand, die Eleganz der Tinte, die über die Textur des Papiers gleitet und langsam in ihr einsickert, die Schönheit der Farben und Formen, die sich unter Deiner subtilen Führung ergeben.

4 – Stimme Dich auf Deinen Körper ein und folge Deinen Impulsen

Es geht hier darum, offen zu sein, Freude zu haben und im Augenblick zu sein. Es gibt kein Ziel, das es zu erreichen gilt, es werden keine Messkriterien auf das Ergebnis angewandt. Während Du zeichnest, malst, schneidest, klebst oder knetest, achte auf Deinen Körper. Spannst Du ihn an? Urteilst Du über das, was Du siehst? Versuchst Du, ein bestimmtes Ergebnis zu forcieren? Genau wie bei der Meditation werden Gedanken aufkommen – das ist natürlich und gut. Nimm sie einfach wahr, atme, sei freundlich zu Dir selbst, lass die Gedanken vorbeiziehen und stimme Dich wieder auf Deinen Körper und Deine Freude ein und folge Deinem nächsten Impuls.

5 – Schau Dir an, was auftaucht

Deinen Impulsen zu folgen kann dazu führen, dass Du ein Bild, eine Geschichte oder ein Thema auftauchen siehst. Das ist gut so. Deine intuitive Malsitzung muss nicht abstrakt bleiben oder zu reinen Farb- und Form-Mustern führen. Solange Deine Impulse aus Neugier, Freude und Spiel entstehen – folge ihnen und schau Dir an, was an Bildern und Geschichten auftaucht. Solltest Du aber anfangen, über das, was Du siehst zu urteilen oder wenn beim Malen und Formen ein Gefühl der Kontrolle über dem einer spielerische Neugierde überwiegt, dann geh zurück zu Punkt 4, stimme Dich auf Deinen Körper ein und folge wieder Deinen Impulsen.

6 – Wenn Du magst, gibt dem, was sich zeigt, Worte

Du kannst Deinem Bild Worte hinzufügen oder parallel in einem Tagebuch schreiben, wenn Du das Bedürfnis hast, das Entstehende zu kommentieren und dadurch weiterzuentwickeln. Manchmal gehe ich auch zwischen dem Malen und Schreiben hin und her… Es kann Spaß machen, einen “Bild-Schreib-Dialog” zu beginnen, bei dem Du schreibst und zum Beispiel eine Frage stellst, und dann zu dem Bild zurück gehst und weiter malst, um Bild entstehen zu lassen, über das Du dann wieder im Tagebuch schreiben, interpretieren und spielen kannst.

7 – Hör auf, wenn Deine Spielenergie verbraucht ist

Da es hier um Spiel und Freude geht, solltest Du Dich natürlich nicht dazu zwingen, Dich an eine bestimmte Zeit oder ein bestimmtes Ziel zu halten, wie zum Beispiel das Füllen des Blatts. Bemerke, wenn Du nicht mehr im Fluss bist, wenn Deine Spielenergie sich erschöpft, und lass Deine intuitive Malsitzung dann mit Freude zu Ende gehen.

Intuitive Paintings

Zwei Einsichten, die sich für mich aus meinem intuitiven Malen ergeben haben

Zunächst genoss ich einfach, die Farben und Formen auf dem Papier wachsen zu sehen und vor allem mochte ich das Gefühl, die Buntstifte auf der Gouachefarbe zu verwenden. Irgendwann während ich malte, begann ich Wesen, Gesichter in den Formen zu sehen, die ich dann jeweils betonte und ausarbeitete, bis mir dabei zwei Themen deutlich sichtbar wurden:

In die „falsche“ Richtung schauen, ohne zu merken, was direkt hinter mir ist

Das ist ein Klassiker, oder? Wir schauen mit unseren Fragen in eine Richtung, suchen verzweifelt nach Hinweisen und Antworten und merken nicht, dass es Reichtum und Leben direkt neben uns gibt.

So viele Jahre lang habe ich mich – und das Universum – gefragt, „was ich mit meinem Leben anfangen soll“, während ich mich gleichzeitig immer zum kreativen Spiel und Ausdruck hingezogen fühlte. Jetzt, da ich meinem kreativen Spiel und Sein einen festen Platz in meinem Leben gegeben habe und diesen Teil von mir sogar online mit anderen teile, wird mir klar, dass mein enormes Bedürfnis nach spielerisch-kreativem Ausdruck zwar immer deutlich zu erkennen war, ich es aber nie als Antwort auf meine Frage ansehen oder akzeptiert konnte oder wusste, wie das praktisch aussehen könnte.

Dieses intuitiv gemalte Bild fasst für mich diese lange und schmerzhafte Suche nach Antworten in der „falschen“ Richtung zusammen und macht mich umso dankbarer, an diesem Ort angekommen zu sein, wo ich in meiner Antwort förmlich schwimme.

Intuitive Patining - Faces

So viel ist los in der Welt

Die Gesichter kommen mir allgemeiner vor, sind nicht nur auf mich bezogen. Sie fühlen sich an wie die Gesichter von uns allen im Moment, die erstaunt und manchmal schockiert sind über das, was in der Welt geschieht. Je länger ich an ihnen arbeitete, desto mehr wollte ich die Gesichter ein Ausdrücke der Sorge, des Schocks und der Traurigkeit verwandeln. Nicht alle und auch nicht in extremer Art und Weise, aber das war zumindest der Kern meiner Impulse.

Dieses intuitiv gemalte Bild fordert mich dazu auf, mir des Schmerzes bewusst zu werden, der in der Welt gegenwärtig ist.

Du kannst mir hier bei meiner intuitiven Malsitzung zusehen und mir zuhören, wie ich darüber spreche:

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